Vom Glück.

Der Wind weh durch das offene Fenster. Geräusche von gedämpften Unterhaltungen drängen sich an mein Ohr, gepaart mit der leisten Musik aus meinem Laptop. Ich sitze allein in meinem Sessel. Allein. Allein in der Wohnung, allein am Abend. Bis vor etwas mehr als einem Jahr hätte ich mir nicht vorstellen können, dass ich das Alleinsein wirklich genießen kann. Das hat sich geändert, als ich gezwungen wurde alleine zu sein. Es war nicht meine Entscheidung und doch hat es sich zur besten Erfahrung meines Lebens entwickelt. Wie können wir jemanden nahe sein, wenn wir uns selbst fern sind? Wie können wir uns mit jemandem glücklich fühlen, wenn wir es mit uns selbst nicht sind?
Ein Teil von mir ärgert sich darüber, dass vieles, was du gesagt hast der Wahrheit entspricht. Ein anderer sieht einfach die objektive Wahrheit die dahinter steht. Wir müssen zuerst mit uns selbst im Reinen sein, so weit wie das eben geht, um uns auf jemand anderen einzulassen.
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Ich wusste bis vor einem Jahr nur schemenhaft was ich will und welchen Werten ich folgen möchte. Ich habe meinen Lebenshunger wiedergefunden, der mir über die letzten Jahre leider abhanden gekommen ist. Hunger auf Erfahrungen, auf neue Leute und Orte. Das Streben nach meinen Wünschen, nach meinen Idealen. Auch wenn ich sie vielleicht nie erreichen werde. Darum geht es doch nicht. Perfektion ist nicht das Ziel.
Sind wir nicht dazu bestimmt, unserem Glück zu folgen, aber es letztendlich nicht zu erreichen? Oder gibt es vielleicht das Glück immer nur auf Zeit? Und ist das nicht ebenso gut, als wenn wir das *eine* Glück für immer hätten? Je mehr ich erlebe, je mehr ich aus meinem Schneckenhaus krieche, desto überzeugter bin ich, dass es in vielen Bereichen eine Vielzahl von Möglichkeiten zum Glücklichsten gibt. Und dass wir es weder auf einen Ort, noch auf einen Menschen beschränken sollten. Glück lässt sich immer wieder finden. Damit vergraule ich nicht die Monogamie oder das eigene Haus am Rande eines großes Feldes. Nein, ich sehe, dass Beständigkeit ein Gut ist, dass in der heutigen Zeit ein sehr wertvoller Schatz ist. Aber ich erkenne für mich, dass ich mich nicht davon abhängig machen oder darauf verlassen will, dass ich mein Glück nur aus einer einzigen Quelle schöpfe.

California Feelings

Ich bin verliebt. Verliebt in Silicon Valley, California. Der Himmel ist strahlend blau, die Sonne scheint. Zwischen den Palmen laufen Menschen mit Starbucks Bechern und AppleWatches in ihren Nikes herum. Es scheint ein bisschen fern von der Realität zu sein. Keiner zahl mit Cash, Kreditkarte oder direkt mit dem Smartphone – natürlich in 90% der Fälle mit einem Apfel-Logo. Bargeldlos ist der neue Trend. fullsizeoutput_799
Die Fremden sind unheimlich freundlich. Klar, oberflächlich, aber freundlich. „How are you doin’ today?“ statt eines reinen „Hi there“ und ein enthusiastisches Interesse am Gesprächspartner gehören zum guten Ton. Ob Busfahrer, Barista oder Verkäufer bei Whole Foods. Man kann mit jedem zumindest ein kurzes, lockeres Gespräch führen. Liegt es an der Sonne? An dem hohen Konsum von Kaffee oder einfach an der positiven Grundeinstellung der Menschen hier? Ich weiß es nicht und im Moment ist er mir auch egal. Kalifornien gibt mir genau das, was ich brauche. Entspannung, Inspiration und gutes Wetter.
Ja, das ist ein verzerrtes Bild der Lebenswirklichkeit in den USA. Die Schere zwischen Arm und Reich ist groß, aber darum soll es in diesem Post nicht gehen.
Man kann darüber streiten, ob es so erstrebenswert ist, dass im Starbucks 3/4 der menschen mit einem MacBook dasitzen und vor sich hinarbeiten. Aber für mich ist es ein unheimlicher Motivationsschub, dass nicht jeder in seinem Büro sitzt und isoliert vor sich hinarbeitet. Dabei ist die Marke des Laptops (fast) egal. Ja, die Kaffeepreise sind zu hoch. Aber in der warmen kalifornischen Sonne verzeiht man das schnell.
Die Nachbarschaften sehen aus wie aus einem Ferienresort, man erwartet, dass ständig Leute in Bikini und mit Sonnenbrillen aus den Häusern kommen, um zum Hotelpool zu spazieren. Okay, they got that Pool in their own Garden.
Wieso ist Deutschland so reserviert an vielen Stellen? In den Büros sitzt jeder für sich an 40 Jahre alten Schreibtischen, mit Rechnern, deren Geburtsdatum locker pre-2000 ist. Kein bisschen Gemütlichkeit oder Möglichkeiten zur Entspannung. 9-5-Jobs haben hier einen anderen Touch. Im Silicon Valley geht es mehr um den „Wohlfühl-Faktor“, damit die Arbeitnehmer produktiv sind. Und wenn ein Spaziergang oder die Arbeit auf einer Couch dazu gehören, dann ist das möglich. Ich gebe zu: I got hooked by that feeling. Jeder scheint an einer wichtigen Idee zu arbeiten, scheint sich selbst verwirklichen und die positiven Seiten des Lebens genießen zu wollen.
Morgens Jogging oder Yoga, dann auf dem Weg zur Arbeit einen Coffee to go schlürfen. Auf dem iPhone die News lesen, arbeiten, Lunch mit den Kollegen (in dem meisten großen Firmen hier übrigens kostenlos!) und abends vielleicht im Park sitzen, Essengehen oder einfach mit Freunden zuhause entspannen. Klingt oberflächlich, ja, aber die Frage ist doch, was macht man in der Zeit. Liest man nur die Klatschpresse oder setzt man sich mit der persönlichen Weiterentwicklung auseinander. Hat man jeden Tag andere „Freunde“ um sich herum oder sucht man sich die Menschen sorgfältig aus.
Es wundert mich kein Stück, dass hier so viele bahnbrechende Ideen geboren wurden und große Firmen ihren Hauptsitz in Mountain View, Palo Alto und Cupertino haben. Es ist das Lebensgefühl, dass einem nicht nur die offensichtliche Präsenz von Apfel-Produkten an den Handgelenken und unter den Fingern der Menschen hier vermitteln. Es ist das Lächeln, der blaue Himmel und das offensichtliche Bestreben aller, ihr Leben zu genießen. Wenn ich etwas hier gelernt habe, dann das! Arbeit muss nicht in einem hässlichen 60er-Jahre-Bau stattfinden, Kaffeeflecken auf dem grauen Allzweck-Teppich-Böden. Nein, man kann auch in einem Café mit grün-weißem Logo sitzen, sich mit dem Kollegen gegenüber austauschen und ansonsten Musik beim Entwickeln neuer Projekte hören.
Und wenn es wieder raus geht, Sonnenbrille auf, Gesicht in die Sonne halten, tief einatmen und genießen.

My mission in California: Enjoy and figuring out some stuff concerning my own life.

Verletzungen

Es überrascht mich tagtäglich, mit welche vielfältigen Wunden und Geschichten Menschen, die ich kenne, leben können. Und ich spreche nicht von großen Dingen wie Flucht, der Verlust der ganzen Familie oder Misshandlungen, die sie erlitten haben. Nein, ich spreche von den vielen „kleinen“ Dingen, die wir häufig als „unwichtig“ oder „vorübergehend“ betrachten.

Abweisungen, Verlassenwerden, Unfreundlichkeit oder Gleichgültigkeit.
Trennung ist ein erschreckend klassisches Beispiel. Erschreckend, weil wir oft nicht wahrnehmen, wie viel Schmerz eine Trennung verursacht. Es hinterlässt eine Wunde, besonders, wenn es überraschen kommt. Großer Schmerz ist die Folge.
Wir leben mit Verletzungen, spielen die Starken und tun, was wir tun. Als wäre alles eine Täuschung. Doch das kann nicht das Leben sein, das wir wollen! Wir haben nur dieses eine. Verletzungen sind da und wir sollten sie nicht verstecken müssen. Häufig haben wir Angst, anderen zu zeigen, dass wir verletzt wurden oder sind.
Wir sollten ehrlich sagen können, dass uns die Gleichgültigkeit des anderen verletzt, ohne Angst haben zu müssen, dass er sich bedrängt fühlt.
Wir sollten zugeben können, dass es weh tut, wenn wir abgewiesen werden. Wieso verstecken wir unserer Verletzungen? Wieso können sie nicht auch nach außen sein, was sie nach innen sowieso schon sind: ein Teil von uns. Ein Teil, der gehört werden will, ein Teil, den wir genauso akzeptieren, ja lieben müssen, wie die guten Seiten an uns.
Denn können wir unsere Verletzungen sehen, akzeptieren und annehmen, dann bilden wir etwas wichtig aus: Resilienz, wir werden widerstandsfähiger. Wir können uns selbst helfen. Verletzungen gehören zu uns. Treffen wir auf Menschen, die das nicht sehen wollen oder können, dann lohnt es sich zu überlegen, ob diese Menschen es wert sind, dass sie Teil unseres Lebens sind. Ein Mensch, der für uns bestimmt ist, der wird auch die kleinen und die großen Wunden, die Narben lieben und akzeptieren. Zuerst müssen wir dieser Mensch aber selbst sein.
Wir müssen uns lieben, nur so können andere es auch.

Geduld

Großbaustelle »Geduld«. Ob es nun um die langsame gehende alte Dame im Bus vor uns geht, um das Kind, das sein Essen nicht anrühren möchte oder um einen Kollegen, der schlichtweg nicht versteht, was man ihm erzählt, Geduld ist eine Eigenschaft, die uns immer wieder das Leben erleichtern kann. Damit meine ich nicht, dass wir stets hinnehmen sollen, was geschieht. Im Gegenteil! Geduld ist nicht stilles Hinnehmen einer Situation, Geduld ist für mich zum einen die Toleranz der Andersartigkeit anderer und das Vertrauen in andere.
Ich selbst erlebe es bei mir und auch bei Freunden. Wir warten auf eine Antwort. Wir werden irgendwann weniger gnädig, bis derjenige in unseren Augen schon verloren hat, obwohl nichts passiert ist. In diesem Zusammenhang sind die neuen Medien Fluch und Segen gleichermaßen. Wir checken ständig, ob die andere Person online war und wenn ja, wieso hat sie uns nicht geschrieben? Eine Freundin erzählte neulich, dass sie stündlich checkt, ob er bei Facebook online war. Das Problem an dieser Stelle ist fehlendes Vertrauen und das Gefühl, dem anderen ausgeliefert zu sein. Wir schaffen es nicht geduldig zu warten und es so hinzunehmen, wie es kommt.

„It is what it is.“ – Sherlock, Season 4

Ähnlich ist es, wenn ich in meinem beruflichen Alltag Menschen etwas erklären muss. Da ich sehr viel unterrichte, Seminare gebe und generell oft mit Gruppen unterschiedlichsten Alters arbeite, kommt es immer wieder vor, dass jemand etwas nicht versteht. Das kann beim Proben für ein Theaterstück, aber auch im wissenschaftlichen Kontext sein. Ich merke, dass ich mit Erwachsen häufig ungeduldiger bin als mit Kindern oder Teenagern. Verständnis gegenüber dem Unwissen oder Nicht-Verstehen der anderen aufzubringen, ist eine Kunst, die erlernt sein will. Wir sind zwar nicht mit unseren Gefühlen den anderen ausgeliefert, aber wir stehen doch ein Stück weit einer zunächst ausweglosen Situation gegenüber, wenn der andere nichts versteht. Erstmal müssen wir hinnehmen, wie es ist. Dann können wir weiterdenken. Geduld ist eine Tugend, die das Zusammenleben deutlich erleichtert.
Gestern sprach ich nach der Show im Theater mit unserer Musikerin. Ich merkte, dass sie ein enormes Bedürfnis hatte sich mitzuteilen. Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass ich ungeduldig war. Ich war erschöpft von der Aufführung, mit den Gedanken woanders und wollte eigentlich ins Bett. Es gab nun zwei Wege: Entweder hörte ich weiter geduldig zu, damit sie ihren Redebedarf stillen konnte oder ich könnte sie unterbrechen, um mir selbst gerecht zu werden. Tatsächlich entschied ich mich, es als Übung in Geduld zu sehen und wartete, bis sie eine Redepause einlegte, ging auf das Gesagte ein und teilte ihr dann mit, dass ich müde sei und nach Hause müsse. Ich stieß auf Verständnis, was ich sicherlich nicht erhalten hätte, wäre ich ihr ins Wort gefallen und hätte dem ersten Impuls „Ich will nicht mehr zuhören!“ nachgegeben. Geduld zahlte sich in diesem Fall nicht nur für mich, sondern auch für sie aus, da sie sich mitteilen konnte und ich trotzdem mein Bedürfnis ausdrücken konnte.

Angst

Als wir Kinder waren, hat uns die Dunkelheit Angst gemacht. Eine Ur-Angst der Menschen. Wenn wir nichts sehen können, wie können wir dann wissen, was um uns herum passiert. Welche Monster sich in den Ecken des Zimmers verstecken, lauern, bereit uns zu holen.

Wenn wir erwachsen werden, verändern sich unsere Ängste. Wir haben vielleicht trotzdem noch Angst vor der Dunkelheit, aber die Monster sehen jetzt anders aus. Wir sehen nicht mehr, wohin uns unser Weg führen soll und das macht Angst. Wir haben das Gefühl, den Boden, den Halt zu verlieren, den wir so dringend brauchen. Die Monster sind die Geldsorgen. Die Vermutung, dass unser Partner uns vielleicht belügt. Das nagende Gefühl, dass unsere Freundschaften nur oberflächlich sind. Die ständig präsente Angst, dass wir nicht genügen, dass wir besser sein müssten.
Angst macht auf Dauer krank.
Das ist keine Überraschung, setzen wir uns doch andauernd und ständig einer tiefen Form des Stresses aus, der über eine längere Zeit dazu führen kann, dass wir zutiefst verunsichert sind.
Aus meiner Erfahrung gibt es kein Geheimrezept, mit dem sich die Angst dauerhaft und sofort in den Griff bekommen lässt. Es gibt nur Strategien, wie man sie bewältigen und in Schach halten kann. Manche Ängste kann man sicher besiegen. Ein Freund von mir, hatte beispielsweise als Jugendlicher schlimme Albträume nachdem er einen Horrorfilm geschaut hat. Ein Bild aus dem Film ließ sich nicht mehr aus dem Gedächtnis löschen und verursachte Angstgefühle. Daraufhin hat er den Weg der Konfrontation gewählt: Er hat das Bild im Internet gesucht und es so lange angestarrt, bis die Angst verschwunden war. In den Seminaren, die ich an der Uni gebe, begegne ich immer wieder Menschen, die große Angst haben, vor einer Gruppe zu sprechen. Ihnen bricht der Schweiß aus, sie fangen an zu zittern, stottern und laufen rot an. In meinen Seminaren arbeiten wir heraus, woher die Angst kommt. Ist es der Gedanke, dass man sich blamieren könnte? Dass man nicht gut vorbereitet ist? Am meisten hilft den Teilnehmenden, dass sie im Seminar Menschen begegnen, denen es genauso geht. Viele haben Angst. Und letztendlich kann man aus der Gruppe der Gleichgesinnten Kraft ziehen, sich mit der Situation, die einen ängstigt zu konfrontieren.
Konfrontation. Ein einzelnes Wort für einen großes Schritt. Doch ich bin der festen Überzeugung, dass es die einzige Möglichkeit ist, sich dauerhaft mit seinen Ängsten auseinanderzusetzen.

Es ist ähnlich, wenn es um die Angst verlassen zu werden geht. Sicher, wir können vorsichtig sein, nachdem wir jemanden verloren haben, nachdem wir enttäuscht wurden. Wir können Menschen misstrauen und sie genau unter die Lupe nehmen, aber letztendlich bleibt auch in diesem Fall keine andere Möglichkeit als die Konfrontation. Es sei denn, wir wollen bis an unser Lebensende isoliert und alleine bleiben. Menschen an sich heranzulassen ist wohl das schwierigste, was wir tun können. Denn woher sollen wir wissen, dass der andere uns nicht verletzen wird? Einfach: Wir wissen es nicht. Nie. Wir können den Schaden gering halten, wir können uns selbst stärken, aber es liegt nicht in unserer Hand, was die anderen tun, wohin sie gehen und was mit ihnen passiert. Allein unser eigenes Leben, unseren Werdegang haben wir in der Hand. Niemand sonst kann uns das abnehmen, niemand sonst kann unser Leben gestalten. Sollten wir uns also auf Menschen einlassen, müssen wir mit dem Risiko verletzt zu werden leben.

Denn haben wir uns eingelassen, besteht die Chance, dass wir etwas wirklich Schönes erleben können.

Bullet Journal

Vor etwas mehr als einem Jahr stieß ich auf tumblr. Ja, ich hatte davon gehört, mich aber nie näher damit beschäftigt. Worum ging es da? War das ein etwas ausführliches Twitter? Ein Mischung aus Instagram und Twitter? Oder doch eher wie facbook und Snapchat gepaart? Tumblr ist ein Kiste, in der Ideen und Gedanken von Menschen stecken. Etwas länger als bei Twitter, oft weniger persönlich als bei Facebook und nicht nur mit Bildern wie bei Snapchat.
Ein großer Trend, wenn man sich für Productivity-Kram, Self-Development und „Organisation-des-Haufens,-der-sich-Leben-nennt“ interessiert, ist dort das „Bullet Journaling“.

Was ist das? Hier einige Eindrücke aus meinem Bullet Journal!

Beim Bullet Journaling geht es darum, möglichst kunstvoll Aufgaben, Ziele und andere Dinge festzuhalten. In einem schönen Notizbuch, mit farbigen Akzenten und schwungvollen Schriftarten, die zum Teil aussehen, als wären sie gedruckt.
Es ist eine weiterentwickelte Form von To-Do-Listen und Wunschzetteln.
Ich nutze es vor allem, um meine täglichen Aufgaben zu organisieren. Aber auch, wenn mir kreative Ideen kommen, etwas aufzuschreiben. Beispielsweise habe ich eine „Ziele-Seite“, eine „Clean-eating-Seite“ usw. Der Fantasie und dem Ideenreichtum sind keine Grenzen gesetzt — das macht es sehr indivudell und außergewöhnlich!
Viele notieren sich im Bullet Journal auch Gedanken zu aktuellen Projekten, ihre „To-Read“-Liste und welche Filme sie in diesem Jahr schon geschaut haben.
Auch Notizen zu Ernährung, Training und Lebensführung lassen sich im Bullet Journal gut festhalten. Ich empfehle bei tumblr oder Pinterest „Bullet Journal“ einzugeben und sich einfach inspirieren zu lassen.

Keine Vorsätze für 2017.

Es ist ein neues Jahr. 2017. Das klingt schon sehr fancy! Als würden wir alle in schwebenden Autos sitzen. Unsere Telefone mit Sprache steuern und unsere Nachbarn mit fliegenden Objekten ausspionieren können. Oh, Moment, letztere sind tatsächlich möglich. Verrückte Welt!

Was heißt das, ein neues Jahr? Alle drehen durch, schreiben Listen mit Vorsätzen und neuen Zielen.

„10kg abnehmen.“
„Mehr Sport.“
„Weniger ungesund essen.“
„Mehr gesund essen.“

Nicht nur, dass diese Ziele und Vorsätze sehr schwammig formuliert sind, spricht jede Forschung zu Gewohnheitsänderungen und Vorsätzen dagegen, dass diese mit dem Beginn eines neuen Jahres in der Tat umgesetzt werden. Das neue Jahr ist keine Garantie, dass sich das Leben verändert.
In der letzten Zeit gewinne ich allerdings immer mehr den Eindruck, dass in meinem Umkreis „Neujahrsvorsätze“ aus der Mode gekommen sind. Kaum jemand setzt sich noch hin und schreibt eine Liste mit 12 Vorsätzen für das neue Jahr. Wieso nicht? Sind wir dermaßen desensibilisiert für Neues in unserem Leben? ich glaube eher, dass viele Menschen inzwischen begriffen haben, dass ein neues Jahr zwar ein oberflächlich offensichtlicher Zeitpunkt ist, etwas zu verändern, aber dass wahre Änderungen sowieso nur eintreffen, wenn ich wirklich bereit bin, mich dafür anzustrengen. Denn eines ist klar: Veränderung ist nicht einfach. Sie erfordert Geduld, Disziplin und Beharrlichkeit. Und die gewinnt man nicht, nur weil sich die letzte Zahl am Datum ändert. Dass sich diese Zahl ändert ist eben etwas Besonderes, passiert nur ein Mal im Jahr…aber es ist keine Zauberformel für einen gesünderen Lebensstil oder eine bessere Beziehung zu den Eltern oder für mehr Achtsamkeit im Alltag.
Das liegt bei uns. Deshalb ist es gleichgültig, ob es ein Dienstag im Januar, der 23. April öder ein grauer Herbstnachmittag ist: Veränderung kann jeder Zeit beginnen. Das Ende des Jahres ist natürlich ein guter Zeitpunkt, um auf die vergangenen 12 Monate zurückzublicken. Es hat etwas befriedigend geordnetes, das Ende Dezember zu tun. Allerdings könnten wir das natürlich an jedem anderen Tag ebenso tun…

Also, keine Vorsätze schreiben! Veränderung geht jeden Tag. Langsam und in kleinen Schritten, aber anfangen kann man nicht nur am 01.01. des Jahres!

In diesem Sinne:

Happy and Healthy New Year!

„Niemand ist perfekt – bis man sich in ihn verliebt.“

Vor kurzem habe ich begonnen, das Buch „Generation Beziehungsunfähig“ zu lesen. Ein Geschenk einer engen Freundin. UM ehrlich zu sein war ich etwas irritiert, vielleicht sogar leicht verstimmt, dass sie mir dieses Buch zum Geburtstag schenkte – knapp drei Monate nach meiner Trennung. Galgenhumor? Fehlplatziert zu diesem Zeitpunkt. Ich hatte den Eindruck, dass sie – die immerhin sein knapp vier Jahren in einer festen Beziehung ist – den Schmerz meiner Trennung nicht richtig wahrgenommen hat. Nun hab ich, fast vier Monate später, endlich begonnen das Buch zu lesen und stelle fest, dass es, entgegen meiner Erwartung, nicht darum geht, dass sich keiner mehr verlieben kann und wir alle einsam mit 10 Katzen sterben. Im Gegenteil, der Autor öffnet die Tür zu den Hindernissen und Möglichkeiten der „Moderenen“ Liebeswelt.

Zugegebenermaßen finde ich mich nicht in allem wieder, aber an einigen Stellen musste ich doch schmunzeln oder mit dem Kopf nicken. Eines der Kapitel heißt „Wahre Liebe ist doch nur ein Mythos“. Und es stimmt, wir beschäftigen uns mittlerweile so viel mit der „richtigen“ Partnerwahl, dass es zu einer Art Sport werden kann. Onlineportale, Zeitungsartikel, Blogposts (ja, ich sehe hier die Paradoxie!) und ganze Bücher. Natürlich beschleunigt das Internet vieles und man kann es als Romantik-Killer verteufeln. Ja, es sind viele Leute einfach auf der Suche nach etwas Leichtem, etwas Schnellem. Ja, das Internet hat eine ziemlich niedrige Schwelle, um Menschen kennenzulernen. Aber ich glaube eher, dass das Problem ist, dass wir mit einer schier unendlichen Zahl an möglichen Partnern konfrontiert sind. Wir beginnen uns ein Bild zu spinnen, dass in der Realität unmöglich haltbar ist. Erwartungen und reale Person kollidieren und stoßen sich dann wieder ab. Wie soll mein Partner/meine Partnerin sein? Wie viele Gemeinsamkeiten und viel Unterschied brauchen wir? Internetseiten rechnen uns jetzt in einem undurchsichtigen Punktesystem aus, wie gut wir mit jemandem potentiell harmonieren würden. Dieses quantitative Auswertung von Partnervorschlägen nimmt dem ganzen vielleicht erstmal den Zauber, macht aber doch auch neugierig, oder? Die Suche nach der Liebe wird zum Strategiespiel. „Vielleicht finde ich jemanden, der noch einen Punkt mehr hat.“
Ich denke, dass es gut ist, nach gewissen Ähnlichkeiten Ausschau zu halten, aber zu viel Denken zerstört das, was es eigentlich sein soll: Zauber. Liebe ist nicht nur Berechnung. Ich stimme völlig überein, dass Liebe auch mit Willen zu tun hat. Bin ich bereit, mich auf die Liebe einzulassen oder laufe ich weg, wenn ich merke, dass sich gewisse Unterschiede auftun? Schwierig wird es bei der Frage, wie viel Unterschied „gut“ ist. Es ist einfach, erschreckend einfach, 20 Dates zu haben. Viel schwieriger ist es, mit jemandem ein viertes, fünftes und so weiter Treffen zu haben. Der Kopf beginnt ebenfalls Berechnungen anzustellen und ist dann oft lauter als das Herz.
Deshalb bin ich der Meinung, dass der Satz „Niemand ist perfekt – bis man sich in ihn verliebt“ stimmt. Jemand, der auf den ersten Blick „überhaupt nicht mein Typ ist“, kann sich als wertvoller Partner entpuppen, dessen Qualitäten nicht in den Gemeinsamkeiten oder Unterschieden bestehen, sondern in etwas, das nicht in Worte zu fassen ist. Das über die Zahl hinausgeht. Die Frage ist, die man sich bei jedem neuen Menschen stellen muss, will ich es herausfinden? Will ich das Risiko eingehen, eventuell verletzt und enttäuscht zu werden oder lasse ich es direkt sein.

Nachwort:
Es gibt selbstverständlich, auch das habe ich nun erlebt, den Instinkt, der einem direkt sagt „Diese Person, ist absolut nichts für dich“, damit kann man auch oft einfach richtig liegen. Und dann gibt es die Paare, die sich den anderen „schön reden“. Die Unterschiede, die eigentlich zu groß sind (beispielsweise in den persönlichen Werte- oder Zielvorstellungen) klein reden und sich aus Angst vor der Einsamkeit, nicht trennen.

Balance: Zeit für mich und für andere

Wenn es darum geht, sein Leben zu gestalten, dann sehe ich vor mir immer ein großes Schild: »Balance« steht drauf.
Neulich lag ich abends im Bett, es war schon nach elf, normalerweise habe ich um diese Zeit das Licht aus. Aus verschiedenen Gründen, war ich an diesem Abend allerdings spät dran. Ich hatte Probe vom Theater gehabt, hatte mir noch Essen gemacht, weil ich so hungrig war und dann haben mich Gespräche per What’s App vom eigentlichen Zubettgehen abgehalten. Schließlich lag ich da und war hellwach. Ich konnte partout nicht einschlafen. Während ich also versuchte, mein Gedankenkarussell in den Griff zu bekommen und dabei immer wacher wurde, wurde mir klar, dass ich (nicht zum ersten Mal) zu wenig auf Balance in meinem Leben geachtet habe.
Zur Zeit laufen bei mir sehr viele verschiedene Projekte. Meine Freizeit ist sehr gut gefüllt mit Verabredungen, Geburtstagen, Abendveranstaltungen und Theaterproben. Nebenher arbeite ich an der Uni und in einem Theaterprojekt, ich schreibe meine Masterarbeit und muss den Putzplan in der WG einhalten. Es ist viel los. An diesem besagten Abend wurde mir aber klar, dass meine Freizeitgestaltung nicht mein restliches Leben ausschalten darf. Ich hatte mir an diesem Tag keinen Moment Zeit für mich genommen.
Ich liebe alles, was ich zur Zeit tue und das macht es oft unheimlich schwer, etwas einzuschränken. Der Abend war hektisch gewesen, genau wie der Tag. Ich hatte gearbeitet, mich verabredet, war beim Sport gewesen und hatte mich mit meinem Ensemble in den Untiefen unseres Stückes herumgetrieben. Das klingt nach Abwechslung, aber Abwechslung bedeutet nicht immer Balance.

Was habe ich gelernt?

Ich brauche Tage oder Abende, an denen ich etwas nur mit mir machen kann. Beispielsweise habe ich mir am vergangenen Montag einen ganzen Abend Zeit genommen, um in Ruhe meine Weihnachtsgeschenke zu verpacken, dabei „Little Women“ zu schauen und das alles in meinem Tempo und zu meinen Bedingungen.
Wenn wir unser Leben nicht zwischendurch entschleunigen und schauen, ob wir noch auf einem guten Weg sind, verfallen wir in Stress. Meine Strategie? Ich trage mir freie Nachmittage, Abende oder auch mal einen Tag in den Kalender ein. Morgens arbeite ich gerne an meiner Masterarbeit, deshalb ist der verplant, aber das ist eine andere Art des Alleineseins als die bewusst geplante persönliche Shoppingtour oder eine gemütliche Stunde lesen im Lieblingssessel. Auch wenn ich meine Freizeitaktivitäten gerne mache und mir sogar meine Arbeit meistens viel Freude bereitet, brauche ich zwischendurch einen Moment zum Innehalten. Sonst werden die Momente, die ich mit Menschen verbringe angespannt und dadurch weniger bereichernd. Es geht nicht darum, sich immer an erste Stelle zu setzen, manchmal braucht jemand deine Hilfe, auch wenn du schon einen vollen Tag hattest, die Kunst es, trotzdem eine Balance zu finden zwischen Zeit alleine und Zeit, die ihr anderen schenkt.

Travel!

Ich habe mich nie als eine Person gesehen, die unbedingt und viel reisen will. Sicher, ich hatte immer eine Liste, auf der einige Ziele und Orte stehen, aber die Liste war sehr kurz und erschöpfte sich hauptsächlich in “homebase-nahen” Zielen. Ich war vor allem sehr zögerlich, wenn es um das Thema alleine reisen ging.

Das hat sich geändert.

Manchmal sind Veränderungen, für die wir uns nicht selbst entschieden haben, der beste Weg einen der größten Entwicklungsschritte zu machen, den wir jemals gemacht haben. Wir müssen uns mit einer Situation arrangieren, die wir so erst einmal nicht gewollt haben. Wir gestalten unser Selbstbild neu, wir habe die Chance herauszufinden, was wir wollen.
Für mich ist dieser Schritt gerade das Reisen.

Natürlich kann man auch ohne die halbe Welt gesehen zu haben, über einen reichen Schatz an Lebenserfahrungen verfügen, doch ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass vieles nicht möglich ist, wenn man nicht gelernt hat, wie Menschen in anderen Ländern leben. Für viele Menschen ist reisen eine Flucht aus dem Alltag. Ich erlebe immer wieder Bekannte und Freunde, die sich nach zwei Wochen Sommerurlaub sehnen. Sie sind nicht glücklich und zufrieden in ihrem Beruf, sondern leben von Urlaub zu Urlaub. Dann natürlich möglichst exotische Reisziele: Bali, Indien, Grönland, Costa Rica. Es ist sicherlich toll, alle diese Orte zu sehen, aber wenn man in seinem alltäglichen Leben nicht glücklich ist, ist es dann nicht falsch, diese Orte als Rettungsanker zu nutzen? Reisen sollte keine Flucht sein, es sollte uns bereichern, stärker machen und uns wertvolle Erfahrungen schenken.

Das erhoffe ich mir von meinen geplanten Reisen! Ich möchte andere Ländern entdecken, Menschen kennenlernen und so etwas über mich herausfinden. Meditation und Tagebuch zu schreiben sind nicht einzigen Möglichkeiten sich selbst weiterzuentwickeln und etwas über die eigenen Ziele, Wünsche und Bedürfnisse zu lernen